UA – Übung – Wenn die Sicht fehlt – Vertrauen aber nicht

Realitätsnahe Unterabschnittsübung in Nußdorf ob der Traisen

Am 16.04.2026 um ca. 19:00 Uhr fand gemeinsam mit den Freiwilligen Feuerwehren Getzersdorf, Inzersdorf, Reichersdorf, Theyern eine anspruchsvolle Unterabschnittsübung statt – Oberer Markt 3, 3134 Nußdorf ob der Traisen – mit dem Ziel, ein möglichst realistisches Einsatzszenario darzustellen.

Bereits der Beginn war ungewöhnlich: Es gab kein gemeinsames Antreten im Feuerwehrhaus, sondern einen realitätsnahen Alarm direkt „von zu Hause weg“. Auch das Übungsszenario blieb bis zuletzt geheim.

Als Übungsobjekt diente ein älteres Gebäude, das von der Gemeinde zur Verfügung gestellt wurde. Dieses wurde mit Nebelmaschinen vollständig verraucht – die Sicht betrug teilweise nur wenige Zentimeter. Rote Lichtquellen simulierten Brandherde, während Soundeffekte zusätzlich für eine realistische Atmosphäre sorgten.

Mehrere Darsteller wirkten an der Übung mit, darunter auch der Bürgermeister von Nußdorf ob der Traisen. Das Szenario umfasste unter anderem eine „Oma“ (Puppe), einen Großvater, einen Enkel, einen Brandstifter sowie einen vermissten Feuerwehrkameraden.

Erstmals übernahm Patrick die Einsatzleitung. Trotz des hohen Stresslevels und anfänglicher Herausforderungen konnte der Einsatz für diese Premiere mit Bravour gemeistert werden.

Zahlreiche Mitglieder nutzten die Gelegenheit, neue Funktionen zu übernehmen oder kürzlich erlernte Aufgaben nach abgeschlossener Ausbildung erstmals praktisch anzuwenden – auch organisatorische Positionen wurden neu besetzt. Gleichzeitig hielten sich viele Kommandanten der beteiligten Feuerwehren bewusst im Hintergrund oder nahmen nur eingeschränkt am Übungsgeschehen teil, um die Abläufe zu beobachten und im direkten Austausch gezielte Verbesserungen zu besprechen.

Im stark verrauchten und unbekannten Gebäude mussten mehrere Atemschutztrupps zur Personensuche und Brandbekämpfung eingesetzt werden. Besonders herausfordernd war die Rettung einer vermissten Person aus dem Obergeschoss, das nur über eine schmale Treppe erreichbar war.

Parallel dazu wurden im Außenbereich Löschmaßnahmen durchgeführt, umliegende Gebäude geschützt sowie Verkehrsmaßnahmen gesetzt. Straßen wurden abgesperrt, Fahrzeuge umgeleitet und die Wasserversorgung sichergestellt. Ein Atemschutzsammelplatz wurde eingerichtet und mehrere Trupps standen im laufenden Einsatz.

Nachdem alle vermissten Personen gerettet und dem Rettungsdienst übergeben werden konnten – darunter auch der Brandstifter, der symbolisch der Polizei übergeben wurde – wurde das Gebäude mittels Druckbelüftung rauchfrei gemacht.

Diese Übung zeigte eindrucksvoll, wie wichtig Zusammenarbeit, Ausbildung und Routine im Ernstfall sind.